"Joseph Beuys wo bist du?", Kunstaktion Beat Toniolo anlässlich der Art Basel 2003 (CH) © Beat Toniolo
Joseph Beuys, Scheveningen, 1976, Foto © Caroline Tisdall 

100 Jahre Joseph Beuys

100 Jahre Joseph Beuys: was haben unser Denken, unser Fühlen und Wollen mit Plastik zu tun? Ist kunst die einzige revolutionäre kraft? Ist Zukunft eine Kategorie der Kunst? Sind das überhaupt die richtigen Fragen? 100 Jahre nach der Geburt von Joseph Beuys stellt das Land Nordrhein-Westfalen diese seiner Kunst wie seinem Denken zugrundeliegenden Fragen neu: im Rahmen des Jubiläumsprogramms »Beuys 2021. 100 Jahre Joseph Beuys« erkunden eine Vielzahl von Ausstellungen, Aktionen und Performances, Theater-, Musik- und Lehrveranstaltungen die faszinierenden wie umstrittenen Ideen eines der weltweit einflussreichsten Bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts. Rund 20 Institutionen in 12 Städten laden dazu ein, mit Beuys ins Gespräch zu treten und seine Bedeutung für die internationale Kunst wie für die Gesellschaft zu ergründen. Vor allem regen sie dazu an, mit, neben, gegen den mythenumwobenen Mann mit Hut zu überlegen, wie Demokratie und Freiheit zu verstehen sind, wie das Verhältnis von Politik und Kunst heute aussehen kann und was aktuell zu tun ist.

Cover beuys 2021 100 jahre joseph beuys, erschienen im Steidl Verlag © Steidl Verlag

Joseph Beuys geboren 1921 in Krefeld, aufgewachsen in Kleve, gestorben 1986 in düsseldorf. Joseph Beuys war Zeichner, Bildhauer, Aktions- und Installationskünstler, Lehrer, Politiker, Aktivist. neben Marcel Duchamp, John Cage und Andy Warhol zählt er zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Das Wesen, die Materialist, die Sprache, die Wahrnehmung der Grenzen und Aufgaben der kunst veränderte er grundlegend. Beuys setzte sich in seinem universell angelegten Werk mit fragen des Humanismus, der Sozialphilosophie und der Anthropologie auseinander. Seine Kriegserfahrungen als Soldat hatten einen wesentlichen Einfluss auf seine Wertentwicklung, die sich eine radikale Demokratisierung der Gesellschaft zum Ziel setzte. So hob er 1964 die Trennung zwischen seiner Biografie und seiner künstlerischen Arbeit auf: Sein Leben betrachtete er fortan als ein zu formendes Material. Dieses Modell bildete den Ausgangspunkt seiner plastischen Theorie, die 1982 mit seinem sozial-ökologischen documenta-Beitrag »7000 Eichen« ihren Höhepunkt erreichte. Bis heute ist sein Einfluss in künstlerischen und politischen Diskursen zu spüren.

www.beuys2021.de