Julia Wally Wagner ©

JULIA WALLY WAGNER, Helmstedt, Bildende Künstlerin 

#coronawiegehts

Aufgrund der Tatsache das man nur das ändern kann was in eigener Macht liegt und alles andere hinnehmen muss so wie es nun mal ist, versuche ich die Corana Zeit positiv zu nutzen. Das heißt im ersten halben Jahr war Zeit genug vorhanden, um angefangene Bilder , Objekte und Ähnliches endlich mal abzuschließen. Es ist nun Zeit für neue Themen und Techniken.

Des weiteren habe ich viel Akquise betrieben, was letztendlich erfolglos blieb da ja immer noch oder schon wieder alles zu ist. Trotz Corona haben wir einen Kunstverein gegründet und die neue Örtlichkeit wartet nun auf Termine, wo eine Eröffnung möglich wird.

Zu mir Selbst. Am Anfang war es schon sehr ungewohnt das ich nach 35 Jahren nichts im Kopf haben musste: keine Termine, keinen Zeitplan – gar nix mehr! Ich hatte immer das Gefühl irgendetwas vergessen zu haben. Das einzig abzuarbeitende war die Antragstellung der Corona Soforthilfen. Einen Tag vor dem ersten Lockdown lief alles super – eine Ausstellung eröffnet  gutes Gefühl – Hoch Stimmung und dann einen Tag später alles dicht, die Ausstellung durfte ich noch nicht mal abbauen nach 6 Wochen. Das ganze Schul Dilemma meines Sohnes hat mich auch zusätzlich Nerven gekostet – ein normaler Arbeitstag war nicht mehr möglich. Nach dem Ungewohnt sein – kam die Erkenntnis der geschenkten Zeit ohne Verpflichtungen und ich habe mein Atelier gründlich aufgeräumt – vieles übermalt oder verschenkt – nur das in meinen Augen beste bleibt. Angefangenes beendet. Ich hatte Glück und jeden Monat hat irgend ein Mensch mir einen Auftrag erteilt oder ein Werk erworben.

Nun der zweite Lockdown ist schon sehr unschön –diesmal– keine Aufträge – keine Verkäufe und die Hilfen wurden bewilligt aber nicht ausgezahlt bislang. Ich hatte schon Tage an denen ich sehr unmotiviert war. Jetzt bin ich wieder sehr aktiv und plane einen Umzug meines Ateliers , dafür muss ich vorher einen Raum sanieren.  Künstlerisch werde ich meine Abstraktionen abschließen um wieder gegenständlicher zu malen. Des weiteren mehr Projekt bezogen, so das Kunst eher an einem Ort entsteht und dort dann auch verbleibt.

#coronawaskommt

Ich weiß nicht was und wie es kommt, aber ich rechne mit allem auch dem schlimmsten was ein kompletter wirtschaftlicher Zusammenbruch des Systems wäre. Ich hoffe einen guten Start der neuen Galerie und neue Aufträge so wie gute Ausstellungen, beziehungsweise  das alle abgesagten von 2020 und 2021 dann 2022 und 2023 stattfinden. Mit der Hoffnung das die Menschen wieder Kunst kaufen. Des weiteren wird mein Atelier umziehen und dafür wird ab März eine brachliegende Örtlichkeit ausgebaut.

#coronawasbrauchts

Das die Kultur von den Menschen unterstützt wird_Kunst schenken statt Amazon horten, Theater statt Shoppen_Konzerte statt TV_….. Ich denke die Menschen müssen sehen wo die Notwendigkeit ist ihr Geld auszugeben. Weniger ist mehr! Weniger dafür Kostbarer – eine andere Form der Wertschätzung müsste sich entwickeln. Ich denke schon das es nach einem Jahr oder länger ein nach hol bedarf gibt und damit die Kultur einen hohen Stellenwert bekommt. Auf staatliche Hilfen sollte man nur bedingt bauen, wir die Bevölkerung wir haben letztendlich die Macht zu zeigen wie wichtig uns Kultur in allen Bereichen ist.

Auf zu neuen Ufern © Julia Wally Wagner
Seelenflug © Julia Wally Wagner
Schwein gehabt © Julia Wally Wagner